StadtwerkeGespräch
Moment mal! Ich habe doch gar nichts abgeschlossen?
10. Juni 2026
Aktuell häufen sich in Freiberg wieder Berichte über Haustürbesuche, bei denen Strom- oder Gasverträge angeboten und abgeschlossen werden. Wir bekommen das mit und wir möchten offen mit Ihnen darüber reden.
Warum passiert das so vielen?
Haustürgeschäfte sind nicht verboten oder rechtswidrig. Was uns aber beschäftigt: Viele Menschen wissen gar nicht, dass sie gerade einen Vertrag abschließen. Manche merken es erst, wenn sie unsere Kündigungsbestätigung erhalten und sind dann ehrlich überrascht.
Das ist absolut verständlich. Denn wer an der Tür klingelt, ist oft gut vorbereitet. Die Situationen entstehen schnell, die Gesprächsführung ist professionell und manchmal weiß man hinterher selbst nicht genau, was da eigentlich passiert ist. Wer das erlebt hat, muss sich deswegen nicht grämen. Das kann jedem passieren. Und Sie sind damit nicht allein.
Was sind die typischen Maschen?
„Wenn Sie nicht unterschreiben, wird der Strom abgestellt." Das ist eine Drohung, die frei erfunden ist. Kein seriöser Versorger kündigt die Einstellung der Energieversorgung auf diese Weise an. Solche Aussagen sollen Druck erzeugen. Lassen Sie sich davon nicht einschüchtern.
„Tippen sie hier, damit wir alles für Sie erledigen.“ Immer häufiger werden Verträge nicht mehr auf Papier, sondern auf dem Bildschirm eines Tablets präsentiert. Wer dort auf „Weiter" tippt oder eine digitale Unterschrift leistet, hat unter Umständen bereits einen Vertrag abgeschlossen. Ohne es zu merken.
„Wollen Sie Strom sparen oder an einem Gewinnspiel teilnehmen?" Manchmal beginnt das Gespräch harmlos. Dahinter kann sich ein Vertragsabschluss verbergen, der so nicht gewollt war.
„Ich bin von der Verbraucherzentrale." Vertreter stellen sich als Energieberater oder sogar als Verbraucherschützer vor, stellen viele Fragen und brauchen angeblich sofort eine Unterschrift. Wichtig zu wissen: Die echte Verbraucherzentrale schickt niemanden unaufgefordert nach Hause.
„Das ganze Haus wechselt sowieso." Vertreter behaupten, das gesamte Mietshaus werde ohnehin auf einen neuen Anbieter umgestellt, wer nicht schnell unterschreibe, dem werde der Strom abgestellt. Komplett erfunden, aber sehr effektiv als Druckmittel.
„Bestätigen Sie die Zählerablesung." Vertreter klingeln, geben vor, den Zähler kontrollieren oder ablesen zu müssen und legen am Ende ein Schriftstück zur Unterschrift vor, das sich als Kündigung des bestehenden Energievertrags entpuppt.
„Unterschreiben Sie hier nur das ich bei Ihnen war." Auf Tablets geleistete Unterschriften werden als bloße Besuchsbestätigung ausgegeben, in Wirklichkeit werden sie als Vertragsunterschrift verwendet.
„Die Zählernummer haben wir bereits.“ Manche Vertreter holen sich die Zählernummer einfach selbst, aus dem Hausflur, vom Zählerkasten im Keller. Das ist dreist, aber leider Realität. Und es reicht, um einen Versorgerwechsel einzuleiten.
Was können Sie tun?
Ganz konkret: Geben Sie an der Haustür keine persönlichen Daten raus. Keine Zählernummer, keine Kundennummer, keine Kontoverbindung. Nicht mal den aktuellen Tarif. Wer diese Informationen hat, kann ohne Ihr bewusstes Zutun einen Anbieterwechsel einleiten.
Sie müssen niemanden reinlassen. Sie müssen nichts unterschreiben. Und Sie dürfen jeden Vertrag, der an der Haustür zustande kommt, innerhalb von 14 Tagen widerrufen – ohne Angabe von Gründen.
Ein Energievertrag ist Vertrauenssache und begleitet Sie oft viele Jahre. Nehmen Sie sich Zeit, prüfen Sie in Ruhe und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.
Wir sind für Sie da.
Wenn Ihnen ein Angebot an der Haustür gemacht wurde und Sie unsicher sind, oder wenn bereits etwas passiert ist, das Sie so nicht wollten: Rufen Sie uns an. Wir urteilen nicht, wir helfen. Wir schauen uns das gemeinsam an, beantworten Ihre Fragen.
Denn das ist der Unterschied: Wir sind nicht irgendwo. Wir sind hier, in der Silberstadt®, und wir kennen unsere Kundinnen und Kunden.
Verlässlichkeit und persönlicher Service sind bei uns keine Versprechen auf dem Papier. Das ist unser Alltag.




Ihre Meinung zum Artikel
0 Kommentare
Keine Kommentare gefunden!